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Inklusionsmannschaft erobert Dänemark

Eine von vier deutschen Mannschaften beim Sommerbold pa heden

Artikel vom 13. September 2026

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    Am 28.08.2026 startete die Inklusionsmannschaft des VfB Hemeringen in ein bis dato noch unbekanntes Abenteuer.

    Um 9 Uhr begann die Reise mit dem altbekannten „gelben Partybus“ der katholischen Kirche St. Bonifatius, in dem von Scooter bis hin zum „kleinen grünen Kaktus“ alles gehört wurde, was die Lautsprecher hergaben. Unterstützt wurde die Reise durch den Bus der evangelischen Jugendgemeinde aus Hameln.

    Eine Crew bestehend aus 16 Personen machte sich auf den Weg ins 540 Kilometer entfernte Hammerum. Vor Ort wurde das Team bereits in einer hochmodernen Schule erwartet, die gleichzeitig als Schlafplatz für das Wochenende dienen sollte.

    Ein wahres Paradies für elf fußballverrückte Spielerinnen und Spieler: 15 Fußballfelder, zwei Sporthallen und sogar ein Fitnessstudio standen zur freien Verfügung.

    Nach der Ankunft wurde zunächst das Lager aufgebaut und die Schule ausgiebig begutachtet. Anschließend leitete die wohl beste Kombination des Abends die Schlafenszeit ein: Pizza, Fußball und das ein oder andere Spaßgetränk. Natürlich durfte auch eine kleine Fußballsession in der Halle nicht fehlen.

    Am nächsten Morgen startete um 6:30 Uhr das Aufweckkommando des Trainerteams, ehe um 7 Uhr das Frühstück auf dem Programm stand.

    Die Zeit bis 9:20 Uhr, als das Team auf die dänische Mannschaft des BUF Horsens traf, wurde aufgrund des starken Regens in der Halle mit Aufwärmen und Einstimmen auf das erste Spiel verbracht.

    Anders als bei anderen Turnieren sollte die Spielzeit beim „Sommerbold på heden“ zweimal zehn Minuten betragen. Gespielt wurde mit vier Feldspielern und einem Torhüter – eine wahre Reifeprüfung, die das gesamte Team allerdings mit Bravour annahm.

    Nach einem 1:0-Rückstand, bei dem sich Torhüter Robin Beslic bis heute nicht ganz sicher ist, ob der Ball tatsächlich vollständig hinter der Linie war, drehte der VfB richtig auf.

    Unser „linker Hammer“ Xenia Engel erzielte den Ausgleich, ehe Justus Ulbrich und Noah Winkel das Ergebnis auf 3:1 schraubten.

    Eine besondere Rolle spielte dabei unser Oldie und Laufwunder Christian Krieg. Das Trainerteam hatte ihm die Spezialaufgabe „Nervensäge“ übertragen, eine Aufgabe, die er mit Bravour meisterte. Als Belohnung gab es die Kapitänsbinde.

    Das war anscheinend erst der Anfang einer Mannschaft, die sich vorgenommen hatte, selbst die eigenen Trainerinnen und Trainer zu überraschen.

    Im zweiten Spiel wartete die Mannschaft des BK Enghaven auf die Schlachtenbummler aus dem Mühlendorf. Und eine Schlacht sollte es im wahrsten Sinne des Wortes werden.

    Es begann mit einem Knall.

    Das Trainerteam setzte auf die Mentalitätsmonster Chantal Wyrwich und Joos Waldeck im Sturm. Letzterer nutzte einen Hürdensprung aus seiner Heimatdisziplin, der Leichtathletik – oder war es doch ein Kung-Fu-Tritt? – direkt für einen Torschuss und nagelte das Ding zum 1:0 in die Maschen.

    Ab diesem Zeitpunkt hieß es: Bus parken!

    Der Gegner verlor zunehmend die Nerven und verzweifelte ein ums andere Mal an unserer „linken Klebe“ Xenia und auf der rechten Seite an unserer „serbischen Klinge“ Filip Tosic.

    Kurz vor der Pause sollte dann allerdings der nächste Knall kommen, bei dem die Mannschaft erneut zeigte, wie stark sie eigentlich ist.

    Xenia wurde hart getroffen und musste anschließend durch unseren „Rock’n’Roll-Knuddelbär“ Vincent Lange ersetzt werden. Mit seiner ganz eigenen Art sorgte er dafür, dass dem Gegner endgültig die letzten Haare vom Kopf fielen.

    Mit einem 1:0-Endstand ging es anschließend zum letzten Gruppenspiel. Wunden lecken und Tank auffüllen war angesagt.

    Trotz des Auftankens war die heimische Mannschaft des Hammerum IF Specialfodbold dann allerdings einfach zu stark. Zwei unhaltbare Abschlüsse und vorne fehlte das nötige Glück. Am Ende stand ein 2:0 für den Gastgeber auf der Anzeigetafel.

    Nun waren erst einmal Mittagessen, Livemusik und ein bisschen Runterkommen angesagt, bevor die Platzierungsspiele noch einmal alles von der Mannschaft abfordern sollten.

    Natürlich durfte auch ein gemeinsames Mannschaftsfoto nicht fehlen. Dazu gab es noch ein paar Süßigkeiten zum Krafttanken, schließlich braucht auch ein Fußballer irgendwann seine Kohlenhydrate.

    Dann sollte ein Spiel folgen, das vor allem den Trainern alles abverlangte.

    Trainerin Laureen Wyrwich fasste das Spiel anschließend wie folgt zusammen:

    „1. Halbzeit: Darf eine Mannschaft so schlecht sein?
    Pause: Darf ein Trainer so rumschreien?
    2. Halbzeit: Darf eine Mannschaft so ein geiles Comeback hinlegen?“

    Vor der Pause führte eine Nichtleistung zu einem 0:2-Rückstand. Nach einer ordentlichen Standpauke der Trainer fing sich das Team jedoch und zeigte anschließend ein völlig anderes Gesicht.

    Stellvertretend dafür standen Janek Ulbrich und Joos Waldeck, die sich vorne gegenseitig anfeuerten und gemeinsam dafür sorgten, gegen den Ball zu arbeiten.

    Der Einsatz sollte sich auszahlen: Joos erzielte anschließend den 1:2-Anschlusstreffer gegen die Zweitvertretung des Hammerum IF Specialfodbold.

    Damit konnten die Rot-Weißen erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen.

    Nach mehr als 80 Minuten Fußball in den Knochen sollte das letzte Spiel vor allem eines werden: ein purer Genuss.

    Spielfreude und Kampf – von jedem und für jeden – zeigten, dass diese Gruppe inzwischen weit mehr als nur eine Mannschaft ist.

    Die Familie wollte nun noch einmal ihre Geheimwaffe Hannes Döring einsetzen, um den letzten Gegner ordentlich zu ärgern.

    Trotz vollstem Körpereinsatz an der Seitenlinie von Carsten Winkel und Steffan Döring sollte am Ende allerdings ein 1:0 für den Gegner auf dem Board stehen.

    Doch auch dieses Ergebnis konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Ein solches Event wurde anschließend mit bester Laune und einem gemeinsamen Foto mit den Gegnern gefeiert.

    Nachdem noch zahlreiche Fotos, Videos und Interviews gemacht worden waren, ging es unter die heiß verdiente Dusche und anschließend zum Abendmahl.

    Danach wurde der Abend beim gemeinsamen Fußballschauen und dem ein oder anderen Kaltgetränk gemütlich ausklingen gelassen.

    Nach einem eher unspektakulären Heimreisetag inklusive der obligatorischen McDonald’s-Pause hatte Trainer Aaron Wyrwich noch einige lobende Worte für die Menschen im Hintergrund:

    „Eine Mannschaft kann nur so gut sein, wenn alles passt und Menschen auch mal die ‚Drecksarbeit‘ machen. Somit sollen Kerstin Winkel und Laureen Wyrwich noch einmal neben dem Feld herausgestellt werden. Sie sind unsere Muttis für alles und versorgen uns außerdem mit all den wertvollen Fotos.

    Doch auch auf dem Feld gab und gibt es immer wieder einen dreizehnjährigen jungen Mann namens Justus Ulbrich, der sich immer wieder selbst übertrifft. Dieses Turnier hat er die Mannschaft angeführt und sich für alle aufgeopfert. Meinen Respekt hat er!“

    Somit geht ein wundervolles Turnier in Dänemark zu Ende – ein Wochenende voller Fußball, Spaß, Zusammenhalt, Emotionen und jeder Menge unvergesslicher Geschichten.

    Die Inklusionsmannschaft des VfB Hemeringen kann das nächste Abenteuer bereits jetzt kaum erwarten.

    Bis dahin wird weiter fleißig trainiert und gemeinsam mit allen Unterstützerinnen und Unterstützern weitergearbeitet.

    Denn ohne euch kein Wir – der VfB Hemeringen!