Wir-der VfB beim 6. Erna & Bernhard Almstadt Pokal

Pyrotechnik ist doch kein Verbrechen!
Artikel vom 26. Juli 2026
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Am 11. Juli 2026 machten sich die Partymäuse der Inklusionsmannschaft des VfB Hemeringen auf Einladung der Fangruppierung des SV Linden 07 auf den Weg zum Stadion am Lindener Berg. Dort wurde der 6. Erna-und-Bernhard-Almstadt-Pokal ausgetragen – ein Turnier von und für Antifaschistinnen und Antifaschisten, progressive Fußballfans und Ultras. Vor allem die zahlreichen Ultras sorgten mit beeindruckender Pyrotechnik, lautstarken Vereinsliedern und einer einzigartigen Atmosphäre für einen unvergesslichen Rahmen.
Bereits am Freitagabend begann das Turnierwochenende im Elbschlosskeller in Hannover mit der offiziellen Teamvorstellung und Auslosung. Der VfB Hemeringen wurde dabei einer spannenden Gruppe mit der Fangruppierung von Arminia Hannover, „Cantonas Erben“ sowie einer Fangruppierung aus Frankfurt zugelost.
Am Samstagmorgen ging es schließlich voller Vorfreude mit dem „Gelben Partybus“, der erneut von der katholischen Kirche St. Sturmius zur Verfügung gestellt wurde, in die Landeshauptstadt. Nach der Ankunft wurden zunächst die neuen Trikots eingeweiht und die besondere Atmosphäre rund um das Turnier aufgesogen.
Zum Kader gehörten Chantal Wyrwich, Janek Ulbrich, Filip Tosic, Finlay Brand, Joos Waldeck, Robin Beslic, Sascha Beslic, Leo Beslic, Pia Brinkmann sowie Spielertrainer Aaron Wyrwich. Das Team entschied sich außerdem für eine besondere Aktion: In jedem Spiel sollte ein anderer Spieler oder eine andere Spielerin die Kapitänsbinde tragen.
Das erste Gruppenspiel gegen die Fangruppierung von Arminia Hannover begann vielversprechend. Der VfB bestimmte über weite Strecken das Spielgeschehen, wurde jedoch eiskalt ausgekontert. Ein Treffer nach einer Ecke sowie ein Distanzschuss führten letztlich zur 0:2-Niederlage.
Auch die zweite Partie gegen „Cantonas Erben“ verlief zunächst ähnlich. Zwei Konter, ein abgefälschter Schuss sowie eine starke Einzelaktion von Marcel Busch bedeuteten am Ende eine 1:3-Niederlage. Böse Zungen behaupteten zwar, Torhüter Robin Beslic sei zu Beginn des Turniers noch nicht ganz wach gewesen, doch mit jeder Minute steigerte er sich und entwickelte sich im weiteren Verlauf zu einem der großen Erfolgsgaranten.
Im letzten Gruppenspiel zeigte die Mannschaft schließlich ihre ganze Qualität. Robin Beslic hielt seinen Kasten sauber und leitete mit einem klugen Pass sogar den Führungstreffer selbst ein. Über einen sehenswerten Doppelpass zwischen Janek Ulbrich und Aaron Wyrwich landete der Ball bei Marcel Busch, der zum 1:0 einschob. Kurz darauf erhöhte Leo Beslic mit einem Distanzschuss, der zunächst den Pfosten küsste und anschließend den Weg ins Tor fand, auf 2:0. Den Schlusspunkt setzte Filip Tosic, der Chantal Wyrwich den Ball stibitzte und zum 3:0-Endstand einschob. Damit zog der VfB in die K.-o.-Runde ein.
Vor dem nächsten Spiel wartete auf einige Spielerinnen und Spieler noch ein besonderes Highlight. Gemeinsam mit Graffiti-Künstlern konnten sie erste Erfahrungen im Sprayen sammeln und beeindruckten mit viel Kreativität. Ein herzliches Dankeschön gilt in diesem Zusammenhang Tristan Ahrens, der dieses Erlebnis organisiert hatte.
Mit neuem Selbstvertrauen ging es anschließend in die erste K.-o.-Runde. In einer hart umkämpften Partie wollte der Ball auf beiden Seiten lange nicht ins Tor. Defensiv verriegelten die Brüder Beslic gemeinsam mit ihrem „Best Buddy“ Filip Tosic den eigenen Strafraum, während vorne die „alte Garde“ immer wieder für Gefahr sorgte. Schließlich war es Sascha Beslic, der den Ball zum viel umjubelten 1:0-Sieg über die Linie drückte und damit den Einzug ins Achtelfinale perfekt machte.
Dort wartete mit der Fanszene Göttingen 05 einer der Turnierfavoriten. In diesem Spiel schlug endgültig die Stunde von Robin Beslic. Mit zahlreichen spektakulären Paraden brachte er den Gegner immer wieder zur Verzweiflung und hielt seine Mannschaft gemeinsam mit der Abwehr im Spiel. Offensiv kämpften Joos Waldeck, Marcel Busch und Finlay Brand unermüdlich, doch auch die Göttinger Defensive ließ kaum Chancen zu. Da beide Teams keinen Treffer erzielen konnten, musste das Elfmeterschießen entscheiden.
Hier zeigte Joos Waldeck Nerven aus Stahl. Mit zwei kurzen Verzögerungen ließ er den Torhüter ins Leere laufen und verwandelte seinen Elfmeter eiskalt. Ganz so, als hätte er sich den Trick bei den Profis abgeschaut. Dennoch setzte sich die spätere Finalmannschaft knapp mit 6:5 durch.
In der Trostrunde wartete anschließend das Team von Lokomotiv. Diesmal sorgten vor allem Pia Brinkmann und Chantal Wyrwich im Angriff immer wieder für gefährliche Aktionen. In einer intensiven und körperbetonten Begegnung musste Robin Beslic erneut einige harte Treffer einstecken, hielt seinen Kasten jedoch lange sauber. Nachdem Lokomotiv in Führung gegangen war, glichen die Geschwister Aaron und Chantal Wyrwich mit einem sehenswerten Doppelpass und dem Abschluss von Aaron zum 1:1 aus.
Erneut musste das Elfmeterschießen entscheiden. Alle VfB-Spielerinnen und -Spieler verwandelten mindestens einmal sicher und machten den Abschluss eines großartigen Turniertages perfekt. Am Ende setzte sich jedoch auch hier der spätere Halbfinalist hauchdünn mit 11:10 durch.
Die Platzierungen gerieten spätestens jetzt zur Nebensache. Viel wichtiger waren die vielen unvergesslichen Momente: stimmungsvolle Spiele mit beeindruckender Pyrotechnik, das Graffiti-Projekt, zahlreiche spannende Begegnungen, viele gute Gespräche, jede Menge Spaß und vor allem die herzliche Organisation des gesamten Turniers.
Die Inklusionsmannschaft des VfB Hemeringen bedankt sich herzlich bei der Fanszene 1907 für die Einladung und einen rundum gelungenen Tag. Ein besonderer Dank gilt außerdem unseren Edelfans Charly und Magda, die uns über den gesamten Turniertag lautstark von der Seitenlinie unterstützten. Ebenso bedanken wir uns bei Tristan Ahrens, der den Kontakt zur Fangruppierung hergestellt und uns dieses besondere Erlebnis ermöglicht hat.
Wir kommen sehr gerne wieder!
Auch ohne euch kein Wir – der VfB Hemeringen!

