Zum Hauptinhalt springen

Here we go: Bunte Liga

Die Inklusionsmannschaft startet in ihre dritte Saison bei der bunten Liga Bremen

Artikel vom 17. Mai 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    In gewohnter Manier starteten die Mühlendorf-Kicker um 8 Uhr morgens mit einem Reisebus der Firma „Held“ ins weit entfernte Bremen. Taschen gepackt, Bus voll und SpielerInnen sowie TrainerInnen heiß wie Frittenfett, los ging die wilde Fahrt.

    Vor Ort traf das Team auf viele Freunde, neue Konkurrenten und zudem auf ein neues Spielsystem. In diesem Jahr wurde erstmals das „Schweizer System“ eingeführt, um bereits nach dem ersten Spieltag möglichst faire Gruppen für die weiteren Spieltage erstellen zu können. Dieses System bringt jedoch mit sich, dass es zu großen Leistungsunterschieden in den Spielpaarungen kommen kann, eine Erfahrung, die beide Mannschaften im Verlauf des Tages machen sollten.

    Im Tagesablauf wurde das in Rot spielende und von der Turnierleitung als VfB I deklarierte Team von Steffan Döring und dem Wyrwich-Gespann geführt. Auf dem Feld zeigte sich Marcel Busch als verlängerter und wichtiger Arm des Trainerteams.
    Das in Schwarz spielende Team VfB II wurde von Carsten Winkel und Pascal Wiesner geleitet und auf dem Feld durch Neukapitän Noah Lücke vertreten. Vor allem Team Schwarz musste durch den Ausfall von insgesamt sieben SpielerInnen improvisieren.

    Umso motivierter waren alle Beteiligten, für die gesamte VfB-Familie aufzutreten. Für VfB I ging es direkt im ersten Spiel um alles: Gegner war TuS Haren, jene Mannschaft, gegen die das Team in der vergangenen Saison die Meisterschaft aufgrund von nur zwei Toren Unterschied verlor. Dementsprechend motiviert waren die SpielerInnen, ihre wahre Stärke zu zeigen. Mit Erfolg: Am Ende stand ein verdienter 2:0-Sieg für den VfB Hemeringen.

    Auch VfB II traf im ersten Spiel auf bekannte Gegner. Die noch unerfahrenen Marit Maßmeyer und Maurice Kobelt sollten als Verteidiger-Duo den gegnerischen Stürmern das Fürchten lehren. Stattdessen waren es zunächst die Angreifer des Martinshofs, die die Mannschaft erschreckten. Schnell stand es 2:0, ehe VfB-Kapitän Noah Lücke auf 2:1 verkürzen konnte.

    Im zweiten Spiel bekamen beide Mannschaften die Härte des neuen Systems zu spüren. Die rote Truppe traf auf den langjährigen Meister der ersten Liga: Hannover 96 I. Trotz einer 0:2-Niederlage verschaffte sich das Team großen Respekt. Besonders hervorzuheben ist dabei Xenia Engel, die defensiv eine echte Mauer bildete und offensiv mit klugen Pässen immer wieder Gefahr ausstrahlte.

    VfB II traf zeitgleich auf Freunde von der Lebenshilfe Buxtehude. Dort stürmte erneut das Noah-Duo mutig nach vorne, konnte die Gegentreffer jedoch nicht verhindern. Endstand: 3:1 für die Gegner.

    Doch wie es sich für eine echte Familie gehört, half der „große Bruder“ dem kleinen. Im nächsten Spiel zeigte VfB I gegen die Lebenshilfe Buxtehude die Stärke der gesamten VfB-Familie. Dabei schlug die Stunde von Joos Waldeck und Maddox Kalkmann. Hinten räumte Maddox mit beeindruckender Geschwindigkeit alles ab, sogar schneller als Begleiter Wyrwich, während vorne Joos seine Kaltschnäuzigkeit bewies. Endstand: 1:0 für die Roten.

    Parallel dazu lief VfB II erneut gegen eine norddeutsche Übermacht auf. Gegen Werder Bremen kassierte die Mannschaft zunächst vier Gegentore. Dennoch bewiesen die SpielerInnen großen Kampfgeist und kamen durch Treffer von „GOAT“ Hannes Döhring und Kapitän Noah Lücke nochmals heran. Am Ende stand jedoch ein 4:2 für Grün-Weiß.

    Doch ganz nach dem Motto „Totgeglaubte leben länger“ bekamen beide Mannschaften ihre zweite Luft.

    Die VfB-Familie hatte noch eine Rechnung mit dem Martinshof offen und darum kümmerte sich erneut der „große Bruder“. Beim furiosen 7:0 spielte VfB I groß auf. Entgegen jeder Inklusionsphilosophie waren die SpielerInnen kaum aufzuhalten. Besonders das Ulbrich-Duo sowie Youngstar Lennox Gerlach schraubten das Ergebnis in die Höhe. Das Highlight des Spiels war jedoch das erste Tor von Maurice Kobelt.

    Neu beflügelt von vielen Toren und motiviert durch das Trainerteam um Carsten Winkel zeigte VfB II anschließend, dass Grün-Weiß keineswegs ein Angstgegner ist. Mit zwei Treffern der beiden Noahs, meist eingeleitet von einer stark aufspielenden Marit, gingen die Roten in Führung. Das Toreschießen beflügelte die Mannschaft jedoch etwas zu sehr, sodass die Defensivarbeit zeitweise vernachlässigt wurde. So endete die Partie schließlich 2:2.

    Dieses Ergebnis setzte nochmals neue Kräfte für das letzte Spiel frei und dort wartete mit dem FC St. Pauli ein namhafter Gegner. Angeführt von Noah Lücke spielten zwei VeteranInnen groß auf: Chantal Wyrwich und erneut Hannes Döhring bewiesen ihren Torinstinkt und sorgten gemeinsam mit einem weiteren Treffer von Noah für einen überzeugenden 3:0-Erfolg.

    Auf die rote Truppe wartete derweil mit dem Spaßbus Rothenburg/Verden ein weiterer „Brecher“ aus der letztjährigen ersten Liga. Glücklicherweise hatte sich Neuzugang David Lochwitz noch einige Körner aufgehoben und überzeugte immer wieder mit starkem Zweikampfverhalten. Trotzdem konnte auch er zwei Gegentreffer nicht verhindern. Beim Stand von 2:0 kombinierte die Mannschaft jedoch noch einmal sehenswert. Über David, Lennox und Marcel entstand der Anschlusstreffer zum 2:1-Endstand.

    An einem insgesamt sehr erfolgreichen Tag mit großen Herausforderungen für beide Mannschaften muss dennoch ein Team besonders hervorgehoben werden: das Torhüterteam. Unter der Anleitung und Fokussierung von Torwarttrainer Pascal Wiesner brachten die Keeper so manchen Gegner zur Verzweiflung und sorgten auf den Rängen für offene Münder. Laut eigener Aussage hielten sie „nur“ ihren Bierbauch hin. Laut Wyrwich seien Claudio Kespohl und Robin Beslic jedoch die besten Spieler des gesamten Tages gewesen.

    Abschließend sei noch einmal erwähnt, dass solche Fahrten nur durch die Unterstützung von Eltern und vielen weiteren HelferInnen möglich sind. Besonders hervorzuheben sind hierbei Rotary sowie Fritz-Eckhard Sticher, durch deren Unterstützung diese Fahrt überhaupt ermöglicht werden konnte.

    Ohne euch kein Wir – der VfB!